Stimmen zum Gespräch zwischen BrandStuVe und Wissenschaftsministerium
Die Brandenburgischen Studierendenvertretung (BrandStuVe) traf sich mit der Wissenschaftsministerin Martina Münch
Nach einem Gespräch zwischen der BrandStuVe und Wissenschaftsministerium ziehen die Studierenden gemischte Bilanz. Thematisiert wurden vor allem der Rechtsanspruch auf einen Masterzugang für alle BachelorabsolventInnen sowie das Teilzeitstudium, die Hochschulprüfungsverordnung, das Brandenburgische Hochschulgesetz und schließlich die missbräuchliche Sicherung grundständiger Lehre durch Lehrbeauftragte an den Hochschulen.
"Zum einen haben wir uns heute über die konstruktive Gesprächsatmosphäre gefreut, zum anderen mussten wir feststellen, dass das Ministerium sich für den Austausch nur sehr wenig Zeit genommen hat.", resümierte Dirk Fleckenstein vom AStA der Fachhochschule Potsdam.
In Bezug auf die Novellierung des Brandenburgischen Hochschulgesetzes stellte das Ministerium einen zweistufigen Prozess in Aussicht. In diesem Jahr sollen zunächst Regelungen zum Masterzugang sowie zum Teilzeitstudium getroffen werden. Für eine umfassende Änderung des Gesetzes soll noch in diesem Jahr unter Einbeziehung aller brandenburgischen Studierendenschaften festgestellt werden, welche Probleme die Studierenden beschäftigen. Erst auf dieser Grundlage sollen dann auch die von den Studierenden bemängelten Demokratiedefizite an den Hochschulen angegangen werden. "Damit soll eines der wesentlichen Themen der Bildungsproteste des vergangenen Jahres auf das nächste Jahr vertagt werden. Das Ministerium setzt sich hier dem Verdacht aus, darauf zu hoffen, die Studierendenproteste aussitzen zu können.", ärgerte sich Johannes Petrick von der FH Brandenburg.
"Noch frustrierender war die Stellungnahme zu unserer Forderung nach einem freien Masterzugang. Das einschlägige Bachelorstudium ist Qualifikation genug zum Master, wie das Abitur zum Studium. Weitere Zulassungsbedingungen aus Qualitäts- und Eignungsgründen sind unnötig und laden zum Missbrauch ein. Die Ministerin versprach, dass die an den Hochschulen bereits eingeführten restriktiven Regelungen nicht mehr möglich sein sollen und auch nicht mehr genehmigt werden. Wir werden aufmerksam beobachten wie die Praxis des Ministeriums und der Hochschulen aussehen wird. Angesichts der Regelungen, die die Hochschulen zum Masterzugang auch in Kenntnis der Debatte bereits jetzt getroffen haben, verspricht dieser Ansatz jedoch keinerlei Erfolg.", so Tim Berthold von der Europa-Universität Frankfurt/Oder.
"Auch beim Teilzeitstudium zeigten sich die Verantwortlichen wenig kompromissbereit.", stellte Matthias Heinze von der BTU Cottbus fest und erläuterte: "Wir fordern das Teilzeitstudium landesweit verbindlich auch semesterweise wählen zu können, während das Ministerium sich für die sozialverträgliche Umsetzung auf die einzelnen Hochschulen verlassen möchte."
Abschließend kam noch die prekäre Situation der Lehrbeauftragten zur Sprache. Der Staatssekretär stimmte mit den Studierenden darin überein, dass Lehraufträge nicht zur Sicherung der grundständigen Lehre missbraucht werden dürften. "Die Realität ist jedoch leider eine andere. An einigen Hochschulen stellen Lehrbeauftragte große Anteile an der grundständigen Lehre. In der Regel werden sie dafür unzureichend entlohnt, in manchen Fällen überhaupt nicht. Hier wird der wissenschaftliche Nachwuchs bewusst ausgebeutet. Von einer rot-roten Koalition muss man erwarten können, dass sie an dieser Stelle handelt.", so Janosch Raßmann vom AStA der Universität Potsdam.
"Leider hat das Ministerium seine Zeit für das Gespräch sehr knapp bemessen. So war anstelle der Arbeit an gemeinsamen Lösungen leider bestenfalls ein kurzer Austausch der Positionen möglich.", resümierte Sarah Buron von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.











