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DGB-Jugend: 40 Jahre BAföG

Grund zum Feiern?

40 Jahre BAföG. Ist das kein Grund zum Feiern? Nicht uneingeschränkt, meinen der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) und die DGB-Jugend. Vom 12. Mai bis zum 20. Juni 2011 organisieren die Studierenden 40 Tage lang bunte Aktionen, um auf die Missstände beim BAföG aufmerksam zu machen und Diskussionen bei den Betroffenen anzuregen.

Ohne das BAföG hätten Millionen von hochqualifizierten Fachkräften niemals studieren können. Das Studium ist vor allem eine Frage des Geldbeutels. Schließlich müssen Studierende von etwas leben, verdienen aber anders als Azubis erst einmal kein Geld. Wer keine reichen Eltern hat, die für mehrere Jahre den Unterhalt der angehenden Akademikerin oder des künftigen Akademikers zahlen, hätte ohne das BAföG keine Chance.

Doch auch mit dem BAföG bleibt Hochschulbildung hierzulande ein Privileg. Die staatliche Unterstützung reicht häufig nicht für Miete, Essen, Transport und was sonst noch alles anfällt. Auch bei sparsamster Lebensführung muss rund ein Viertel aller Studierenden nebenher arbeiten. Das zieht das Studium wiederum in die Länge, doch gerade am Ende gibt es häufig kein BAföG mehr. "Dass man trotz BAföG arbeiten muss, da man ansonsten das Studium nicht finanzieren kann, ist unhaltbar - leider aber Realität. Der BAföG-Satz deckt nicht den Bedarf der Studierenden. Der Appell lautet hier: Der Bedarf muss regelmäßig errechnet werden und der BAföG-Satz automatisch diesem angepasst werden", so René Rudolf, DGB-Bundesjugendsekretär. Die DGB Jugend unterstützt die Kampagne „Das BAföG wird 40 - Zeit sich weiterzubilden“.

Die 40-tägige Kampagne dreht sich um drei Kernforderungen:

Bedarfsdeckung Das BAföG deckt nachweislich nicht den Bedarf der Studierenden. Der fzs fordert daher die regelmäßige Anpassung der BAföG-Sätze an den tatsächlichen Bedarf. Gegenüber dem aktuellen Stand muss das mehr sein als ein reiner Inflationsausgleich.

Zurück zum Vollzuschuss Bei seiner Einführung 1971 gewährte der Staat das BAföG noch vollständig als Zuschuss für Studierende aus sozial schwachen Haushalten. 1983 stellte die Regierung die Unterstützung auf ein zinsloses Volldarlehen um. Nach dem Studium saßen die Betroffenen so vor einem großen Schuldenberg. Seit 1990 ist das BAföG zur Hälfte ein freier Zuschuss. Die andere Hälfte muss nach dem Studium zurückgezahlt werden. Der fzs fordert eine staatliche Förderung ohne Darlehensanteil. Wegfall der Altersgrenze Wer von den Menschen lebenslanges Lernen fordert, muss dies auch finanziell ermöglichen. Das BAföG-Amt zahlt heute aber nur bis zum 35. Lebensjahr. Biografien verlaufen heute in vielen Fällen nicht mehr geradlinig. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, fordert der fzs eine Aufhebung dieser Altersgrenze.

Über diese Kernforderungen hinaus sind natürlich weitere denkbar. Der Aktionszeitraum soll den Raum bieten, Diskussionen rund ums BAföG anzuregen. "Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und würden diese gerne mit Frau Dr. Annette Schavan diskutieren. Anlässlich des Geburtstages laden wir sie herzlich zum Kuchenessen am Ende der Kampagne am 20. Juni ein, um die notwendigen Änderungen zu besprechen", so Moska Timar, Vorstandsmitglied im fzs.

Mehr zu BAföG findet ihr bei der DGB-Jobberatung in Potsdam:
www.studiberatung-potsdam.de/bafoeg.

www.dgb-jugend.de

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