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Verhandlungen zwischen Studierenden und Brandenburger Landesregierung werden fortgesetzt-Unileitung fassungslos

Fast zwei Stunden verhandelten heute Vertreter_innen der Besetzer_innen des Audimax mit der Brandenburger Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch (SPD) und dem Präsidium der Universität Potsdam

  

Hintergrund sind die andauernden Proteste Studierender an der Universität Potsdam, die seit dem 04. November auch den größten Hörsaal am Campus Neues Palais der Universität unter studentische Selbstverwaltung gestellt haben.

Die Studierenden äußern sich über den Verlauf des Gespräches enttäuscht. Thomas, einer der Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen resümiert: "Wir haben uns auf das heutige Gespräch intensiv vorbereitet und gezeigt, dass unsere Forderungen realistisch und sozialverträglich sind. Unsere konstruktiven Argumente zur Verbesserung der Missstände sind leider an der Blockadehaltung der Universitätsleitung gescheitert. Das ist Schade, wir haben an einen Dialog geglaubt.".

Konkret verhandelt wurde über eine grundsätzliche Abschaffung der Anwesenheitszwangs in Veranstaltungen, einen Verzicht auf zusätzliche Zulassungsbeschränkungen für Masterstudiengänge neben dem Bachelor-Abschluss, sowie eine paritätische Beteiligung der Studierenden in den akademischen Gremien. Die Wissenschaftsministerin griff moderierend in die Auseinandersetzungen ein. "Wir mussten leider feststellen, dass die Universitätsleitung nicht ernsthaft dazu bereit war, über eine Umsetzung der studentischen Forderungen zu diskutieren. Statt die Bereitschaft für ein Entgegenkommen zu signalisieren, wurde ausschließlich versucht, unsere Forderungen mit Verweis auf konstruierte "Sachzwänge" abzuwehren. Als ob es der richtige Weg ist, progressive Ideen an vorhandene Strukturen anzupassen, als an einer Verbesserung der Zustände zu arbeiten. Warum weigert sich die Universitätsleitung so entschieden mit uns gemeinsam die zugrundeliegenden Probleme anzupacken?" fragt Katja, eine der Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen

Da die Landesregierung nur bis 16:30 Uhr Zeit für das Treffen einräumen konnte, wurden lediglich drei der studentischen Forderungen an Universitätsleitung und Landesregierung behandelt. Ministerin Martina Münch signalisierte jedoch Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.

Am Freitag, dem 15. November wird sich der neue Staatssekretär Martin Gorholt mit Vertreter_innen der Studierenden im besetzten Audimax treffen. Die Präsidentin der Universität, Prof. Sabine Kunst, zeigte sich mit den Worten: "Ich fasse es nicht!" entsetzt, doch die Studierenden äußerten sich zufrieden über die Fortsetzung der Verhandlungen:

"Ich hoffe, dass die heute gezeigte Kompromissbereitschaft der Landesregierung die nächsten Gespräche überdauern wird", so Harry weiter. Für die Blockadehaltung der Universitätsleitung haben die Studierenden hingegen wenig Verständnis. "Wir sind heute entgegen unserer Hoffnungen einer Lösung leider nicht näher gekommen". Das Audimax der Universität Potsdam bleibt unter studentischer Verwaltung, bis konkrete Schritte zur Umsetzung der studentischen Forderungen vereinbart sind. Sie erhalten nicht nur den Raum für universitäre Lehre und schaffen ihn neu für eine Auseinandersetzung mit dem Bildungsbegriff, sondern stellen auch die von ihnen gewählte Protestform zur Diskussion.

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