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Zulassungshürde in Masterstudiengang an der Viadrina abgeschafft

Frankfurt/Oder - Studierende begrüßen den ersten Schritt und fordern Ausweitung auf alle Masterprogramme

  

Der Senat der Viadrina hat am 18.11. einen Beschluss der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät genehmigt, die starre Zulassungshürde im Master of International Business Administration abzuschaffen. Bisher war für die Einschreibung eine Mindestnote von 2,5 im Bachelor nötig.

Die Studierenden der Viadrina begrüßen den Schritt ausdrücklich: "In der Praxis hat sich gezeigt, wie diskriminierend diese Regelung ist, daher sind wir froh, dass der Zugang zumindest in einem Master‐ Studiengang nun frei ist und nicht einigen wenigen vorbehalten bleibt." so Hannes Fauser von der AG Bildungsstreik. Die Abschaffung solcher Zulassungshürden zum Master war eine wichtige Forderung des Bildungsstreiks im Juni.

Doch in anderen Masterprogrammen der Viadrina besteht die Beschränkung fort. Die Studierenden fordern daher die drei Fakultäten auf, feste Notendurchschnitte aus allen Prüfungsordnungen zu streichen und bei neu geplanten Masterprogrammen gar nicht erst aufzunehmen. "Die Fakultätsräte sind nun am Zug, dem positiven Beispiel zu folgen." sagt Antje Höhne Studierendenvertreterin vom Fakultätsrat Kulturwissenschaften.

Seit der Einführung des Bachelor‐/Master‐Systems hatten viele Hochschulen solche Hürden eingeführt, etwa um weniger Masterplätze anbieten zu müssen oder weil der Bachelor als neuer Regelabschluss hingestellt werden sollte, obwohl er kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. In der ursprünglichen Bologna‐Erklärung war dies auch gar nicht vorgesehen. Richard Rath von der AG Bildungsstreik erklärt dazu: "Das ist in etwa so, als würde man nur noch SchülerInnen mit einen Abiturdurchschnitt von 2,5 studieren lassen und den anderen einen Zugang gänzlich verweigern. Der Master muss jedoch allen Studierenden offen stehen, die einen Bachelor erfolgreich abgelegt haben."

Hingegen hat der Master of European Studies ganz andere Probleme: Da die Studierendenzahl sprunghaft anstieg, herrscht hier Überfüllung. "Die nötigen Kapazitäten müssen durch Studienplatzausbau geschaffen werden. Hier ist die Uni gefordert, sich bei der neuen Landesregierung für eine Ausfinanzierung einzusetzen." so Tim Berthold vom AStA. Ein Numerus Clausus, der im Unterschied zur festen Mindestnote kapazitätsbezogen wäre, ist nur als kurzfristige Notlösung akzeptabel, um die Studierbarkeit zu gewährleisten.

Auch sind notenbezogene Hürden leider nicht das einzige Problem an der Viadrina: So führen Regelungen zur Zwangsexmatrikulation in den Wirtschaftswissenschaften dazu, dass Studierende oft wegen weniger fehlender Leistungspunkte der Uni verwiesen werden. Die Kulturwissenschaften bieten hingegen ein flexibles Studium an: Studierende können frei wählen, in welchem Semester sie welche Leistungspunkte erwerben und damit auf ihre Lebenslage individuell reagieren, etwa bei Erwerbstätigkeit, ehrenamtlichem Engagement, Praktika oder familiären Problemen. "Studierende sollen lernen, selbstbestimmt zu studieren und sich zu organisieren; Verschulung und Zeitdruck verstärken soziale Härten und führen zu Studienabbrüchen." sagt Fabian Fehse von der AG Bildungsstreik abschließend.

Homepage: bildungsstreikviadrina.wordpress.com/

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