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DGB fordert Bologna-Gipfel - Kurskorrektur überfällig

Der DGB fordert von Bund, Ländern und Hochschulen einen grundlegenden Kurswechsel bei der Schaffung eines einheitlichen Europäischen Hochschulraums. "Es ist schon sonderbar, dass niemand für die schlechte Umsetzung des Bologna-Prozesses verantwortlich sein will

  

Deshalb brauchen wir einen Bologna-Gipfel, der eine Kurskorrektur festschreibt. Die Bilanz des Bologna-Prozesses ist ernüchternd: Überfrachtete Stundenpläne, teils gestiegene Abbrecherquoten und hohe Hürden auf dem Weg ins Ausland kennzeichnen den Alltag an den Hochschulen. Dafür tragen Bund, Länder und Hochschulen gemeinsam die Verantwortung. Wir brauchen eine grundlegende Reform der Reform", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Montag in Berlin.

Im Rahmen eines deutschen Bologna-Gipfels muss nach Auffassung des DGB ein "Aktionsprogramm Bologna" aufgelegt werden, das die Umsetzung der Studienreform grundlegend verbessert. "Kurzfristig brauchen wir mehr sieben- oder achtsemestrige Bachelor, mehr soziale Durchlässigkeit und den freien Zugang zum Master-Studium, eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen sowie die Entrümpelung der Prüfungsordnungen und Modulhandbücher", sagte Sehrbrock.

Sollte es nicht zu einer Kurskorrektur kommen, drohe der Bologna-Prozess zu scheitern, so Sehrbrock. Die bisherige Bilanz sei mehr als schlecht. "Statt die Betreuung der Studierenden zu verbessern, ist es zu einer höheren Belastung für das Personal und die Studierenden gekommen. Statt Praxisanteile auszubauen, wurden sie vielerorts zusammengestrichen. Noch immer werden ganze Diplom-Studiengänge in einen sechssemestrigen Bachelor ‚gepresst’. Die Studierenden brauchen aber auch Freiraum für gesellschaftspolitisches Engagement und Interesse.", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende.

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