Lehrer: Im Studium wenig engagiert - im Beruf schnell überfordert?
Eine Studie des Bildungsforschers Prof. Dr. Udo Rauin
Bereits nach den ersten vier Berufsjahren fühlen sich zehn Prozent der vom Bildungsforscher Prof. Dr. Udo Rauin befragten Lehrer stark überfordert. In der Längsschnittstudie, die der Wissenschaftler der Goethe-Universität jetzt im Wissenschaftsmagazin "Forschung Frankfurt" vorstellt, wurden über 1000 Personen vom Studium bis zum Beruf begleitet und viermal zu ihrer Wahl und Eignung befragt. Drei Typen lassen sich nach dieser Untersuchung unterscheiden: Die "riskant Studierenden", die 27 Prozent der Befragten ausmachen, schätzen ihre Befähigung von Beginn an sehr skeptisch ein; zum Kreis der "Engagierten", die in allen Bereichen positive Werte erreichen, zählen knapp 38 Prozent; bei 35 Prozent überwiegen pragmatische Motive für die Berufswahl. Die oft vertretene These, besonders engagierte Lehrkräfte seien wegen der Diskrepanz zwischen selbst gesteckten Zielen und beruflicher Realität anfällig, im Beruf "auszubrennen", ließ sich nicht bestätigen. Vielmehr waren etwa 60 Prozent derer, die sich nicht gewachsen fühlten, schon im Studium überfordert und wenig engagiert. Aus der größeren Gruppe der engagierten Studierenden sahen sich dagegen nur zehn Prozent überlastet. Dazu Rauin: "Mit anderen Worten - die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie 'gebrannt'."














