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Migranten werden abgehängt

Die Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelingt in Deutschland nicht. Während in anderen Ländern Migrantenkinder mit der Aufenthaltsdauer ihre Schulleitsungen verbessern, werden sie in Deutschland immer schlechter. Zu diesem Ergebnis kommt die heute vorgestellte Auswertung der PISA-Studie unter Migrationsaspekten.

Die Sonderauswertung (Originaltitel: "Where Immigrant Students Succeed - a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003") lenkt den Blick auf die Situation junger Migranten im Schulsystem. In Deutschland haben mehr als ein Viertel der Menschen bis 25 Jahren einen Migrationshintergrund.

Die Aktivitäten der OECD fallen in eine Zeit, in der in Deutschland eine reichlich verquere Integrationsdebatte geführt wird. Zwar haben auch die Konservativen erkannt, dass Einwanderung Realität in Deutschland ist. Aber statt Integration als Prozess auf Augenhöhe und Gegenseitigkeit zu begreifen, verlangen sie die bedingungslose Anpassung an eine "deutsche (christliche?) Leitkultur". Dazu werden Migranten kriminalisiert oder zu Sündenböcken gemacht, beispielhaft so geschehen in der öffentlichen Debatte um die Ereignisse an der Rütli-Schule. Dies zeigt sich an der Auseinandersetzung um die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten oder durch den Versuch, rechtsradikal und rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen mit fremdländischem Aussehen als "normale Kriminalität" zu interpretieren. Allen diesen Debatten ist gemeinsam, dass die Integration von Migranten als Belastung, teilweise sogar als Bedrohung angesehen wird. Noch hat sich die Einsicht nicht allgemein durchgesetzt, dass die Erfahrung mit zwei Kulturen und die mehrsprachigen Kompetenzen der Migrantenbevölkerung ein kultureller Schatz sind, der in Zeiten von Internationalisierung und Globalisierung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können.

Die GEW begrüßt die Sonderauswertung der PISA-Daten, weil dadurch die Möglichkeit eröffnet wird, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit auf die besonders schwierige Situation der jungen Migranten im deutschen Schulsystem zu lenken. In den bisherigen PISA-Debatten ist dieser Aspekt immer zu kurz gekommen. Entsprechend wurden schulpolitisch auch keine spezifischen Konsequenzen gezogen.

Die Sonderauswertung der PISA-Daten 2003 wirft die Frage auf, ob es neue Einsichten und Ergebnisse über das bisher bereits Publizierte hinaus gibt. Die Leistungsergebnisse sowie der Zusammenhang mit soziokultureller Herkunft sind bereits publiziert. Allerdings sind im PISA-Datensatz noch weitere Informationen enthalten, die einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten:

  • Zur Schülermotivation und Bildungsaspiration
  • Zu Geschlechteraspekten
  • Zu Unterstützungsmaßnahmen
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