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GEW setzt sich für einheitliche Lehrerausbildung ein

Bildungsgewerkschaft zur Tagung der Kultusminister: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich für eine qualitative Reform der Lehrerbildung eingesetzt. Ziel sei ein einheitliches Kerncurriculum für alle Lehrkräfte, perspektivisch für alle Pädagogen an Schulen und Bildungseinrichtungen.

  
 

Ulrich Thöne, GEW-Vorsitzender

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich für eine qualitative Reform der Lehrerbildung eingesetzt. Ziel sei ein einheitliches Kerncurriculum für alle Lehrkräfte, perspektivisch für alle Pädagogen an Schulen und Bildungseinrichtungen. "Wer eine bessere Bildung für alle Kinder will, muss die Qualität der Lehrerbildung verbessern", betonte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Donnerstag mit Blick auf die Tagung der Kultusministerkonferenz (KMK), die gestern in Berlin stattgefunden hat.

"Die KMK hat die Chance vertan, die längst überfällige Reform der Lehrerbildung auf den Weg zu bringen. Statt den föderalen Flickenteppich unterschiedlichster Lehrerbildungsmodelle aufzuknüpfen, wird an diesem lustig weiter gewebt - zu Lasten der angehenden Lehrkräfte", unterstrich Thöne. "Künftig wird es einfacher sein, während des Studiums von Hamburg nach London zu wechseln als von München nach Bremen. Das gleiche gilt, wenn die ausgebildeten Lehrkräfte versuchen sollten, beim Berufseinstieg die Grenzen ihres Ausbildungsbundeslandes zu überwinden. Europa kommt und Deutschland versinkt im Provinzialismus." Der GEW-Vorsitzende wies darauf hin, dass das unübersichtliche Regelungswirrwarr und die Mobilitätshindernisse junge Menschen abschreckten, ein Lehramtsstudium aufzunehmen. Bei der sich bereits jetzt abzeichnenden Lehrerknappheit sei dies eine "fatale Entwicklung".

Thöne kritisierte, dass die KMK die aus dem vorletzten Jahrhundert stammende hierarchische Abschottung der verschiedenen Schulformen und der entsprechenden Lehrerausbildungsgänge nicht überwunden habe. "Das Strickmuster ‚kleine Kinder - kleines Studium, große Kinder - großes Studium’ wird den Anforderungen an eine moderne Lehrerausbildung längst nicht mehr gerecht. Alle wissenschaftlichen Studien haben belegt, dass die entscheidenden Grundlagen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie bereits in den ersten Lebensjahren gelegt werden. Deutschland will sich jedoch weiterhin den Luxus leisten, Erzieherinnen und Grundschullehrer am kürzesten auszubilden. Damit diese später im Beruf schlechter bezahlt werden können, soll eine Kurz-Ausbildung genügen. Das ist der falsche Weg, um die dringend notwendige Erhöhung der Akademikerquote zu erreichen", sagte der GEW-Vorsitzende. Alle Pädagoginnen und Pädagogen müssen bestmöglich ausgebildet und entsprechend bezahlt werden.

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