Gegen die Ausbeutung
Betriebe setzen auf Umsonstarbeitskräfte - dagegen richtete sich der der von der DGB-Jugend unterstützte "Praktikantenstreik 09" am 9. Oktober 2009
"Uns gibt es nicht umsonst - deshalb werden wir aktiv!" Mit diesem Schlachtruf gingen rund 200 Aktivist/-innen zum "Praktikantenstreik 09", der am 9. Oktober 2009 stattfand und von der DGB-Jugend und anderen Organisationen unterstützt wurde. Mit einer Reihe von Aktionen setzten sich Hochschulabsolvent/-innen und Studierende für faire Praktikumsbedingungen ein. Hauptkundgebungsort war der Potsdamer Platz in Berlin.
Dort verlieh die DGB-Jugend gemeinsam mit fairwork e.V. bereits zum dritten Mal den Preis für das "Abzocker-Praktikum" des Jahres, der dieses Mal an den Bauer Verlag ging. Dieser sucht auf seiner Website 22 Praktikant/-innen, die bereits ihr Studium abgeschlossen haben sollen, z.B. fürs Layout. DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf: "Praktika sind aber in erster Linie zum Lernen da und gehören in die Ausbildung. Nach dem Abschluss der Ausbildung oder des Studiums muss es reguläre Arbeitsplätze geben."
Als Streik-Organisator/-innen waren acht junge Leute aktiv geworden, alle "mit umfangreichen Praktikumserfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern und Unternehmen". Als Praktikant/-innen der "taz" hatten sie am 25. September 2009 eine Beilage in Eigenregie herausgebracht. Quasi als Startschuss zu der Offensive war dort der Produktionsschluss des Spielfilms "Résiste - Aufstand der Praktikanten" genutzt worden: In dieser Komödie nehmen die Hauptfiguren ihre miserablen Arbeitsbedingungen zum Anlass, landesweit Aktionen gegen ihre Ausbeutung zu initiieren.
Der Streik richtete sich jedoch ausdrücklich nicht gegen die Alternativtageszeitung, sondern allgemein gegen den Einsatz von Praktikant/-innen in Unternehmen.
Weitere Infos: praktistreik09.blogsport.de/














