EU will faire Praktika
EU-Kommissar Spidla: "Unbezahlte Praktika, die reguläre Arbeit ersetzen, sind skandalös!"
Die Kommission der Europäischen Union hat am 5. September 2007 eine Mitteilung veröffentlicht, nach der sie die Beteiligung junger Menschen an Bildung, Beschäftigung und Gesellschaft fördern will.
In diesem Papier kommt die Praktikanten-Problematik nicht zu kurz. So hält die Kommission Praktika für wichtige Instrumente, besonders für junge Menschen, um Berufserfahrung zu sammeln - allerdings nur, wenn sie mit dem Ausbildungs- oder Studienplan verknüpft sind. Außerdem sollen unentgeltliche Praktika mit geringem Weiterbildungswert "vermieden" werden.
In der Pressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung fand EU-Kommissar Vladimir Spidla, der für Beschäftigung, Soziales und Chancengerechtigkeit verantwortlich ist, deutlichere Worte: "Praktika können ein Türöffner zur Beschäftigung sein, aber die Tatsache, dass sich junge Menschen von einem Praktikum zum nächsten hangeln ohne Aussicht auf reguläre Arbeit, und das dann auch noch ohne bezahlt zu werden, ist skandalös!".
Aus diesem Grunde wird die Kommission im Jahr 2008 eine Initiative für eine europäische Qualitätscharta für Praktika vorschlagen. Außerdem wird sie Druck auf die EU-Mitgliedstaaten ausüben, damit diese die Rahmenbedingungen für faire Praktika schaffen.
Dieser Erfolg ist nicht zuletzt der Lobby-Arbeit von Generation P zu verdanken, dem europäischen Praktikantennetzwerk, welches die DGB-Jugend mitbegründet hat. Bei den Lobby-Besuchen in Brüssel hat Generation P im Januar 2007 auch das Kabinett von Kommissar Spidla besucht.
Die Mitteilung der Kommission ist rechtlich gesehen lediglich ein Dokument, was ein Gesetz vorbereitet. Der eigentliche Vorschlag wird nächstes Jahr von der Kommission kommen. Wichtig ist es nun, weiter Druck auszuüben - nämlich auf das Europäische Parlament und den Europäischen Rat. Beide EU-Institutionen entscheiden über den Vorschlag und verabschieden möglicherweise ein entsprechendes Gesetz.
Hier die Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen als Download: <a title="Externer Link zu ec.europa.eu/youth/news/doc/communication050907_de.pdf (Neues Fenster)" target="_blank" href="http://ec.europa.eu/youth/news/doc/communication050907_de.pdf">hier.
Quelle: saw, 11. September 2007














